Bevor wir uns nun mit einem Teil der speziellen Bonsaiwerkzeuge wie zum Beispiel der Konkavzange beschäftigen, sollen allgemeine Hinweise stehen.
Alles, womit beim Bonsai geschnitten wird, muß einen sauberen und scharfen Schnitt gewährleisten. Dazu ist es erforderlich, daß die Werkzeuge gut gepflegt und nur ihrer Bestimmung gemäß benutzt werden. Wirf Deine Bonsaizange also niemals zu Hammer und Nägel in die große Kiste im Keller, sondern bewahre sie sorgfältig an einem trockenen Ort auf. Bei Bedarf sind die Schneiden neu zu schärfen.
Um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern und nach dem Schnitt eine saubere Wundheilung zu gewährleisten solltest Du Dein Bonsaiwerkzeug stets sauber halten. Vor der Arbeit empfiehlt es sich, das Werkzeug durch Abreiben mit Alkohol keimarm zu machen. Nach der Arbeit kannst Du anhaftende Erde und Reste von Holz und Rinde am besten mit einem feuchten Tuch abwischen, wenn es nicht sogar nötig wird, beispielsweise eine Wurzelzange unter fließendem Wasser zu reinigen.
Besonders die ›schwarze Ware‹ ist nicht rostfrei, muß also vor Rost geschützt werden. Hierzu nehme ich Waffenöl der Marke Ballistol, welches optimale Eigenschaften besitzt. Reibe das Werkzeug ordentlich mit einem ölgetränkten Lappen ein um Flugrost zu vermeiden. Willst Du das Werkzeug über den Winter einmotten, trage das Öl großzügig auf, es bildet einen wachsartigen Überzug, der einen optimalen Schutz gewährleistet. Wer es sich leisten will und mag, kann natürlich auch chinesisches Kamelienöl verwenden, welches bereits die Samurai zur Pflege ihrer legendären Schwerter verwendet haben.
Dem oftmals geäußerten Vorschlag, das Bonsaiwerkzeug mit Speiseöl zu pflegen, kann ich mich nicht anschließen. Diese Öle wie zum Beispiel Olivenöl werden ranzig und entwickeln im Idealfall lediglich einen üblen Geruch.
Wer nun glaubt, lediglich Bonsai-Freunde würden spezielle Werkzeuge zur Pflanzenpflege benötigen, irrt. Die Firma Goldiflora bietet unter anderem mit dem Kaktushandschuh oder der Kaktuszange innovative Produkte, welche bei der Arbeit an den wehrhaften Stachelpflanzen das Verletzungsrisiko deutlich minimieren.