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| Gibt es den Brennlupeneffekt? |
| Ja |
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36% |
[ 4 ] |
| Nein |
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45% |
[ 5 ] |
| Weiß ich nicht |
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18% |
[ 2 ] |
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| Stimmen insgesamt : 11 |
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Nachricht |
Rentner Moderator

Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 383 Wohnort: Neuburg a.d. Donau
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Verfasst am: Mo 19 Jan, 2009 15:44 Titel: Brennlupeneffekt - Eine Legende? |
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Wie wäre es mit einer sachlichen und emotionslosen Diskussion über den sogenannten Brennlupeneffekt?
Gibt es ihn, oder handelt es sich um ein Märchen?
Für alle, die mit dem Begriff nichts anfangen können:
Brennlupen- / Brennglaseffekt:
Werden Blätter in der prallen Sonne überbraust, soll es zu Verbrennungen des Blattgewebes kommen. |
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Rentner Moderator

Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 383 Wohnort: Neuburg a.d. Donau
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Verfasst am: Di 20 Jan, 2009 09:41 Titel: |
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3 Meinungen gibt es bereits zu diesem Thema.
Deshalb möchte ich beginnen, (auch) gängige Argumente, die für (grün) bzw. gegen (rot) diesen Effekt sprechen zu sammeln.
Kontra:
Im Hochsommer müssten die Blätter verschiedener Bäume und Sträucher nach einem Platzregen, bei sofortiger anschließender Sonnenbestrahlung, Brandflecken aufweisen.
Ich bitte um rege kontroverse Beteiligung (hilfreich wären natürlich auch aussagekräftige Beweisfotos). _________________ Liebe Grüße
Pit |
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Hajofix Moderator

Anmeldedatum: 28.11.2007 Beiträge: 513 Wohnort: Oranienburg
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Verfasst am: Mi 21 Jan, 2009 17:27 Titel: |
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Hallo
Dann möchte ich mich natürlich an dieser Umfrage beteiligen.
Ich bin ehrlich, ich habe für Ja gestimmt.
Das Thema der Umfrage lautet ja: "Gibt es den Brennlupeneffekt ?"
Eben der Effekt.
Möchte jetzt Jemand diesen Effekt rein physikalisch-wissenschaftlich behandeln, kommt er zu dem Ergebnis:
Ein Wassertropfen kann nicht als Brennglas funktionieren, da kann man berechnen so viel man will, der Brennpunkt wird nicht auf der Blattoberfläche liegen.
Deßhalb ja auch Brennlupeneffekt
Diesen Effekt gibt es aber tatsächlich, egal wie auch immer das funktioniert.
Mag sein, daß es einfach nur die Verdunstungkälte ist, die diese Schäden verursacht, mag sein, daß die Pflanze auf die hohe Temperatur und Sonneneinstrahlung eingestellt ist, und plötzlich kommt der kalte Guß,
die Pflanze meint, jetzt ist ja alles in Ordnung, ich brauche mein Blatt nicht mehr vor der Hitze zu schützen....
Sicher haben auch schon einige einen Sonnenbrand auf Blättern erlebt, wenn eine Pflanze im Frühjahr in die Sonne gestellt wird.
Niemand kommt auf die Idee, daß die Sonne da ein Loch reingebrannt hat, aber trotzdem wird es als Brandfleck bezeichnet.
Eine Pflanze braucht halt eine gewisse Zeit, um sich auf Veränderungen einzustellen.
Wer kennt schon die genauen Vorgänge in einem Blatt, die Wissenschaft ist da wohl doch noch nicht vollkommen am Ziel ihrer Forschungen.
Ich werde jedenfalls meine Bonsai nicht mehr bei über 30°C, bei praller Sonne gießen, denn ich habe diese Schäden schon kennengelernt.
Leider habe ich dazu keine Beweisfotos, wer wird denn seine Pflegefehler auch noch als Beweis dokumentieren ?
Ich würde auch Jeden abraten, seine Bonsai in der Mittagshitze zu überbrausen.
Zum Vergleich von Bonsai mit Bäumen in der freien Natur möchte ich noch
sagen, da gibt es einen kleinen Unterschied.
Ein Baum ( einheimisch ) in der freien Natur benötigt normalerweise keinen Winterschutz oder einen speziellen Winterstandort.
Die Verhältnisse in der Bonsaischale sind da sicher etwas anders.
So ein armer Baum in der Schale ist da wohl doch etwas sensibler
und benötigt demzufolge auch sensiblere Pflege. _________________
Gruß Hajo. |
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Rentner Moderator

Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 383 Wohnort: Neuburg a.d. Donau
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Verfasst am: Mi 21 Jan, 2009 19:19 Titel: |
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Meine Versuchsreihe aus dem Jahre 2007
Im Hochsommer hatte ich entsprechende Versuche an Blättern verschiedener Bäume sowohl im eigenen Garten, als auch an Bonsai durchgeführt.
Hier zeige ich beispielsweise Spitzahornblätter, die in voller Sonne überbraust wurden und gleichzeitig Blätter am selben Baum, die nicht geduscht wurden.
Der Versuch wurde eine Woche lang täglich in der Mittagszeit wiederholt
Bild 1: Nach dem Überbrausen
Bild 2: Nach dem Sonnenbad
Fazit: Keinerlei Verbrennungen
Folgende Bäume / Blätter wurden in der Woche mit Regenwasser (Umgebungstemperatur) regelmäßig überbraust:
Ficus, Ahorn (Palmatum, planatoides), Efeu, Carmona, Potentilla, Malus, Hainbuche, Ulmus, Zelkova, Picea, Pinus etc. etc.
Auch dort gab es keinerlei Verbrennungen des Gewebes. _________________ Liebe Grüße
Pit |
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Rentner Moderator

Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 383 Wohnort: Neuburg a.d. Donau
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Rentner Moderator

Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 383 Wohnort: Neuburg a.d. Donau
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Verfasst am: Di 27 Jan, 2009 12:36 Titel: |
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Eigentlich schade.
6 abgegebene Stimmen, aber nur zwei Statements dazu... _________________ Liebe Grüße
Pit |
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Rentner Moderator

Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 383 Wohnort: Neuburg a.d. Donau
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Verfasst am: Fr 30 Jan, 2009 14:45 Titel: |
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Ein paar Meinungen aus einem anderen Forum dazu:
Walter Pall:
"Glaubt bloß den Quatsch nicht. Das ist ein Gärtnermythos...." (Quelle)
Interessant ist der "Salzaspekt" den Herr Pall hier anführt!
Wolfgang Putz:
"Brennglaseffekt = Blödsinn.
Mehr gibt´s da nicht mehr zu sagen". (Quelle)
Gary (BFF):
"Das nasse Blätter von der Sonne Verbrennungen erleiden (Brennglaseffekt) ist ein gut gepflegter Mythos."(Quelle) _________________ Liebe Grüße
Pit |
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christophII Moderator

Anmeldedatum: 29.11.2007 Beiträge: 83 Wohnort: Zürich
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Verfasst am: Sa 14 Feb, 2009 11:24 Titel: |
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Hallo zusammen
Ich glaube auch an die Mythos Theorie. Ich bin halt Wissenschafter und obwohl das verdunsungs-Argument an und für sich gut ist, glaube ich nicht dass die Verdunstungsenergie, rsp der kühlende Effekt so stark sein kann, zumal die Umgebungstemperatur schon rech hoch ist im Hochsommer and der vollen Mittagsonne. 1-2° Temparaturunterschied wird wohl ein Blatt nicht schädigen, sonst müssten wir ja auch unser Giesswasser temperieren. Den Lupeneffekt würde ich ausschliessen da ich kaum glaube, dass wegen der Verdunsung des Tropfen und Bewegung der Sonne und somit der Lichtquelle einen genügend langer Zeitpunkt entstehen kann, sodass eine geieigneter Linseneffekt entsteht; und wenn wird es wohl eher einzelne Tropfen betreffen und nicht systematische ganze Blätter gar Bäume.
Was ich hingegen gut glauben kann ist, dass gedüngtes Wasser nicht an der Sonne verwendet werden soll. Gerade wegen der schnellen Verdunstung wird wohl lokal eine höhere Salzkonzentration entstehen, die Blätter schädigen können.
oder so  _________________ Grüsse
Christoph |
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Rentner Moderator

Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 383 Wohnort: Neuburg a.d. Donau
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Verfasst am: Sa 14 Feb, 2009 13:27 Titel: |
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Hallo Christoph,
danke für deinen Kommentar.
Mit dem Brennlupeneffekt ist normalerweise landläufig immer die Aussage verbunden, dass die Wassertropfen wie Brenngläser wirken. Das hätte ich eingangs besser deutlich machen sollen.
Die Salzkonzentration im Wasser, beispielsweise durch Dünger verursacht, kann auch meiner Ansicht nach, in Verbindung mit der Sonneneinstrahlung, das Blattgewebe schädigen.
Eine Blattdüngung bei praller Sonne wende ich deshalb auch niemals an.
Meine Erklärung, die sich mit deiner deckt:
Wir wissen alle, dass es bei der herkömmlichen Mineraldüngung im Wurzelbereich zu Verbrennungen kommen kann. Das ist meistens dann der Fall, wenn das Substrat vorher nicht ausreichend durchfeuchtet wurde.
Bei der mineralischen Blattdüngung und gleichzeitiger Sonneneinstrahlung tritt der gleiche Effekt auf. Noch bevor das Blatt den Dünger mit Hilfe des Wassers aufnehmen kann, ist das H²O verdunstet und zurück bleiben die relativ aggressiven Salze.
Diese schädigen dann das Gewebe. Das auftretende Schadbild wird dann regelmäßig dem Brennglasverhalten der Wassertropfen gutgeschrieben. _________________ Liebe Grüße
Pit
Zuletzt bearbeitet von Rentner am Sa 14 Feb, 2009 14:31, insgesamt einmal bearbeitet |
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Rentner Moderator

Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 383 Wohnort: Neuburg a.d. Donau
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Verfasst am: Sa 14 Feb, 2009 14:31 Titel: |
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Fusazo Takeyama, Nobukichi Koide und Saburo Kato beschränken sich in ihrem Buch "Freude an japanischen Zwergbäumen" anschaulich knapp, klar und treffend auf das Wesentliche.
Die deutsche Erstausgabe stammt aus dem Jahre 1979 (ISBN 3-405-12104-3) und hat nichts von ihrer Aktualität verloren.
Bemerkenswert ist folgender Hinweis auf Seite 23:
"Die Blätter werden zwar hauptsächlich deshalb angefeuchtet (Anmerkung: besprüht, überbraust), um den Verdunstungsverlust zu verringern, aber sie werden dadurch auch von Staub befreit, und allzu zu starkes Erhitzen der Blätter durch die Sonne wird vermieden".
Die Leute Kennen (kannten) sich aus! _________________ Liebe Grüße
Pit |
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