John18390
Anmeldedatum: 05.03.2010 Beiträge: 1 Wohnort: RLP
|
Verfasst am: Fr 05 März, 2010 18:56 Titel: Brauche Tips und Hilfe ich bin blutiger Anfänger |
|
|
Hallo Leute,
Ich hab mir kürzlich 2 Bäumchen gekauft. Den ersten in der Metro, und den zweiten in einem lokalem Blümchengeschäft.
Das erste Bäumchen ist glaube ich mal eine Serissa und das zweite Bäumchen ist definitv ein Olivenbäumchen. Bilder kommen noch =)
Also das Oliven Bäumchen ist auf jedenfall 6 Jahre alt und ich möchte aus ihm einen Zweistamm machen. Bzw einen Hauptstammt und einen Nebenstamm mit jeweils einer Krone.
Der Zerissa soll bzw hat schon annähernd eine Kugelform mit einem Stämmchen.
Meine Frage ist, was ich beim Schneiden und Drahten beachten sollte und welches Equipment wirklich von Nöten ist. Außerdem wird beim Dünger ausdrücklich ein 6-6-5 Dünger empfohlen. Doch in dem Lädchen benutzen die ein 7-3-6 Dünger, deswegen hab ich jetzt auch so einen(und ein Kaninchen (' ')). Der Olivenbaum hat lehmige Erde mit Kalksteinchen. Die Serissa hat den Boden von der Metro, soll ich da am besten umtopfen?!Und ich hab gehört die Sarissa bevorzugt nicht kalkhaltigen und eher sauren Boden. Die kleinen Kapliarwurzeln( so nennt man die glaub ich) wachsen an der Seite schon raus... Was sollte ich da beim Kürzen beachten?
So das waren genug fragen aufeinmal. Würde mich auf alle Tips freuen und natürlich auch auf Anregungen =)
Lg
Johnnatan (' ') _________________ Früher Vogel fängt den Wurm, doch die 2. Maus bekommt den Käse!
Erst denken bevor man den Mund aufmacht  |
|
Uwe Harwardt Administrator

Anmeldedatum: 19.11.2007 Beiträge: 357 Wohnort: Essen/Ruhr
|
Verfasst am: So 07 März, 2010 22:34 Titel: |
|
|
Hallo John und willkommen bei uns!
Es kommt auf zwei Dinge an, die entscheiden, ob Du umpflanzen mußt:
1.) Erde ist ungeeignet
2.) Erde ist vollkommen durchwurzelt
Eine ungeeignete Erde erkennst Du daran, daß sie entweder kein Wasser aufnimmt oder beim Gießen auch nach durchdringender Wassergabe nichts aus den Abflußlöchern herausläuft. In diesen Fällen ist sofortiges Umpflanzen in bessere Erde angesagt, unabhängig von der Jahreszeit.
Bei völlig durchwurzelter Erde können keine weiteren Wurzeln wachsen. In diesem Fall wird zu der Zeit umgepflanzt, wenn es für den Bonsai geeignet ist.
Sowohl die Serissa als auch Olea könntest Du jetzt im Frühjahr umpflanzen.
Dazu benötigst Du neben einer guten Bonsaierde auch noch eine scharfe Schere für den Wurzelschnitt, welchen Du wohl bei der Serissa durchführen müßtest. Eventuell möchtest Du ja auch in neue Schalen umpflanzen, weil die derzeitige Schale vollständig durchwurzelt ist? Verwendest Du die alten Schalen weiterhin, müssen diese sorgfältig gereinigt werden. Hier leisten eine harte Bürste (je nach Schalengröße eine Zahnbürste, Nagelbürste oder etwas Größeres) gute Dienste. Hartnäckige Ablagerungen im Schaleninneren sowie auf unglasierten Schalen lassen sich durch feine Stahlwolle entfernen. Glasierte Schalen bearbeitest Du besser mit einer Bürste oder einem harten Spül- oder Fliegenschwamm ohne metallene Anteile. Möglicherweise benötigst Du auch neue Abdecknetze für die Abflußlöcher sowie etwas Draht zum Befestigen. Verwende keinen Eisendraht, am besten eignet sich Aluminium.
Erst nach dem Reinigen der Schale solltest Du den Wurzelballen des Bonsai von der anhaftenden Erde befreien. Kämme den Wurzelballen vorsichtig aus und entwirre die Wurzeln. Dazu eignet sich ein Wurzelhaken, bei kleineren Bonsai aber auch Eßstäbchen oder sogar eine alte Gabel. Zerreiße die Wurzeln aber nicht. Ist der Wurzelballen sehr dicht, entferne die abgestorbenen Wurzeln auf der Unterseite des Ballens, besonders im inneren Bereich. Schneide anschließend alle herabhängenden Wurzeln auf gleiche Länge zurück und entferne auch ganz gezielt Wurzeln auf der Oberseite des Ballens, welche sich nicht in das gleichmäßige Muster der radial vom Stamm abgehenden Wurzeln eingliedern lassen. In der Regel wirst Du etwa ein Drittel aller Wurzeln entfernen. Mußt Du starke Wurzeln schneiden, ist gegebenenfalls eine Wurzelzange nötig. Bei Deinen Bonsai aber vermutlich nicht. Achte darauf, daß größere Schnitte im Idealfall waagrecht durchgeführt werden, die Schnittwunde sollte senkrecht nach unten weisen.
Verdecke die Abflußlöcher mit den Kunststoffgittern und ziehe zwei oder drei Drähte durch die Löcher. Diese langen Drähte wirst Du benötigen, um den Bonsai in der Schale zu fixieren. Er muß nämlich fest stehen und darf sich nicht rühren, um ein ordentliches Einwurzeln zu gewährleisten.
Gebe nun Erde in die Schale, etwa bis zu einem Drittel der Schalenhöhe. Du kannst in dieser unteren Schicht bis zu einem Drittel groben Sand oder Lavagranulat untermischen, um die Drainagewirkung zu verbessern. Gebe danach etwas weitere Erde in die Schale, einen flachen Hügel an der Stelle, an welcher der Bonsai plaziert werden soll. Nun wird der Baum mit leicht drehender Bewegung auf dem Erdhügel gesetzt, dabei wird die durch den Wurzelschnitt entstandene Höhlung unterhalb des Stammes mit Erde gefüllt. Der endgültig positionierte Bonsai wird nun durch die Drähte fixiert. Diese werden über den äußeren Bereich des Wurzelballens gespannt, keinesfalls aber über die großen, über der Erde sichtbaren Wurzeln oder gar um den Stamm geschlungen. Nun wird die restliche Erde eingefüllt und gut in alle Lücken zwischen den Wurzeln eingearbeitet. Am besten nutzt Du wieder ein Eßstäbchen, mit dem Du die Erde sorgfältig in alle Hohlräume stocherst. Gehe dabei behutsam vor, um nicht zu viele feine Haarwurzeln zu beschädigen.
Um das Düngerproblem für die nächsten Monate zu umgehen, kannst Du beim Umpflanzen direkt einen cotierten mineralischen Langzeitdünger unter die Erde mischen. Ansonsten wird der Bonsai nach dem Umpflanzen nicht gedüngt und für zwei bis drei Wochen besonders geschützt aufgestellt. Nach dieser Zeit sollte er beginnen, sich vom Umpflanzen zu erholen und sobald sich erster Austrieb zeigt, kannst Du auch wieder düngen. Du kannst ruhig den angeschafften Dünger verwenden, dosiere nach Packungsaufschrift.
Dient das Kaninchen zur Gewinnung von Kleintierkot, welchen Du ebenfalls zur Düngung verwenden möchtest? Davon würde ich Dir allerdings abraten, auch solltest Du keinen Bonsaischnitt an Dein Kaninchen verfüttern. Wenn Du aber Deine Bonsai in der warmen Jahreszeit im Freien aufstellst, kannst Du auch einen organischen Streudünger verwenden. In der Wohnung ist das aus Gründen der erheblichen Geruchsbelästigung aber nicht möglich.
Versuche mal, Deine Bonsai ohne Draht zu gestalten. Zumindest die Serissa scheint ja bereits eine herausgearbeitete Grundform zu besitzen. Da bietet es sich an, weitere Verfeinerungen der Form lediglich durch Schnitt zu erreichen. Das Drahten ist nicht ganz so einfach und muß geübt werden. Sollte es nötig werden, versuche mal, einen Arbeitskreis oder Fachhändler in der Nähe zu finden, wo man Dir zumindest beim ersten Mal helfend zur Seite stehen würde.
Habe ich etwas vergessen? Oder unklar dargestellt? Dann teile uns doch Deine weiteren Fragen mit.
Bis dahin aber erst einmal viel Erfolg!
Uwe |
|