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rolfd40 Moderator

Anmeldedatum: 12.12.2007 Beiträge: 310 Wohnort: Weinheim/Bergstraße
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Verfasst am: Sa 15 Mai, 2010 11:22 Titel: |
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Hallo,
danke euch für das höfliche Schweigen.
Da ich selbst eingesehen habe, dass das Ganze einfach zu plump war, habe ich es nun etwas umgestaltet.
Wie findet ihr es nun? Kritik und Vorschläge sind erwünscht.
 _________________ Gruß Rolf |
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Uwe Harwardt Administrator

Anmeldedatum: 19.11.2007 Beiträge: 407 Wohnort: Essen/Ruhr
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Verfasst am: Di 18 Mai, 2010 22:06 Titel: |
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Hallo Rolf,
Du gestaltest Deine Landschaft gefühlt einmal monatlich um. Das stimmt mich ziemlich nachdenklich...
Obwohl: Die Gestaltung vom 11. Mai hat in meinen Augen gegenüber dem 02. April deutlich gewonnen.
Dennoch drängt sich mir der Verdacht auf, daß Du einen Fehler machst. Ich habe am 16. Mai folgende Gestaltung auf der Ausstellung der Arbeitskreise NRW gesehen:
Ich sehe einen interessanten Landschaftsausschnitt, nahezu perfekt in Szene gesetzt, noch nicht einmal das Storchenpärchen fehlt. Und wenn ich ganz leise bin, höre ich sogar das Murmeln eines Baches zwischen den Felsen. Eine perfekte Illusion.
Bei Deinen Gestaltungen sehe ich etwas ganz anderes: Die Abstraktion einer Landschaft, eine Skizze, Andeutungen. Du läßt Platz, welcher durch Erinnerungen, Phantasien, Träume gefüllt werden möchte - Spielräume für Interpretation.
Dies ist allen Versionen Deines Felsens zu Eigen gewesen: Es ist Dir jedes Mal gelungen, einen Eindruck hervorzurufen, welcher durch mich selbst ergänzt werden muß. Hast Du es anders empfunden? Möglicherweise mußt Du dem Eindruck etwas mehr Zeit lassen, im Wechselspiel mit dem Betrachter zu reifen, anstatt Deine Gestaltung gleich wieder zu überarbeiten.
Nun, ich habe jetzt mit mehreren Stunden Pause vier oder fünf Mal Deine Landschaft betrachtet. Ich erinnere sehr lebhaft eine Felsformation im Torrent de Pareis, nur wenige hundert Meter, bevor sich das Flußbett zur Cala de Sa Calobra öffnet. Wer schon einmal dort gewesen ist, wird diesen wohl am intensivsten zu empfindenden Ort auf Mallorca nie mehr vergessen können.
Jemand anders wird sich möglicherweise zwischen die bizarren Felsformationen der vietnamesischen Halong-Bucht versetzt fühlen.
Gerade das Arrangement auf der hellen Unterlage, welche den Felsen zwar einen Stellplatz, aber keinen optischen Halt bietet, vergrößert den Raum für Interpretationen. Auch die beiden roten Lavabrocken hast Du nun nicht mehr verwendet, welche nicht so recht ins Bild passen wollten. Die derzeitige Form gefällt mir ausgesprochen gut. Du kannst die Landschaft nun zwar noch vergrößern, dann aber bitte sparsam mit lediglich ein paar Felsen, damit noch genug Raum für die Phantasie übrig bleibt. So ist es mir viel lieber als ein lebhaftes Storchenpärchen
Uwe |
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rolfd40 Moderator

Anmeldedatum: 12.12.2007 Beiträge: 310 Wohnort: Weinheim/Bergstraße
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Verfasst am: Mi 19 Mai, 2010 20:12 Titel: |
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Hallo Uwe,
danke für Deine ausführliche Beurteilung.
Mit der kurzfristigen Umgestaltung hast Du natürlich Recht, die vom April hätte ich überhaupt nicht hier einstellen sollen, da war ich zu ungeduldig. Wie schon die Überschrift des Threads sagt handelt es sich um einen Versuch. Mir ist heute noch nicht klar wie das nächstes Jahr aussehen wird.
Die Version vom April war einfach zu plump. Außerdem war da ein zu großer Pflanzenmischmasch: Japanische Eibe, europäische Eiben und dann noch ein Kiefernwäldchen, und das alles mit unreifen Pflanzen.
Die jetzige Formation kommt meinen Vorstellungen schon wesentlich näher. Das Polster der Laugenblume im Vordergrund wird sich ziemlich rasch ausbreiten und die etwas zu große Geröllhalde am linken Rand zum Teil überwuchern. Angedacht ist auch, rechts am Rand im Vordergrund eine kleine Insel zu schaffen und mit ein oder zwei Sämlingen der jap. Eibe zu bepflanzen.
Möglicherweise werde ich auch die auf dem Felsen oben rechts als Kaskade gedachte Zypresse durch einen Kriechwacholder-Schößling ersetzen. Man wird sehen.
| Zitat: | | Gerade das Arrangement auf der hellen Unterlage, welche den Felsen zwar einen Stellplatz, aber keinen optischen Halt bietet, vergrößert den Raum für Interpretationen. |
Genau das ist beabsichtigt. Es soll der Eindruck eines Teilausschnitts einer Landschaft erzeugt werden, die sich hinter dem Rand der Steinplatte fortsetzt. Der kleine Felsen im Hintergrund soll Tiefe erzeugen und dem Auge und der Phantasie des Betrachters vorgaukeln, dass der Wasserlauf danach in einer unsichtbaren Landschaft weiterfließt.
Wäre es vielleicht sinnvoll, die Suggestion von Wasser durch hellen feinen Sand auf den Freiflächen zu verstärken? Bisher fand ich es so wie jetzt einfach natürlicher.
Störche oder Kraniche bzw. Bonsai-Meister oder Pferde wie bei Su Chin Ee werden bei meiner Gestaltung nie zu sehen sein.
Vorschläge oder neue Ideen zur Gestaltung hierzu sind immer willkommen. _________________ Gruß Rolf
Zuletzt bearbeitet von rolfd40 am Mi 19 Mai, 2010 21:06, insgesamt einmal bearbeitet |
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Uwe Harwardt Administrator

Anmeldedatum: 19.11.2007 Beiträge: 407 Wohnort: Essen/Ruhr
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Verfasst am: Mi 19 Mai, 2010 21:00 Titel: |
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Hallo Rolf,
mir gefällt gerade eben besonders gut, daß Du den üblichen Weg verlassen hast.
Du verwendest weder den wassergefüllten Suiban noch eine Sandfläche. Du erzwingst weder die Illusion noch bemühst Du die klassischen Symbole. Du zeigst lediglich den bewachsenen Fels - und der Betrachter selbst muß ihn in die Landschaft integrieren, welche er sich vorstellt.
Es entspricht nicht dem klassischen Aufbau, ich würde fast sagen wollen, es ist ein kleiner Schritt in Richtung abstrakter Gestaltung. Das ist es ja, was ich an der derzeitigen Form so spannend finde. Und das ist auch der große Unterschied zum gezeigten Penjing, wo eine nahezu perfekte Illusion gestaltet wurde. Du hast eine Anregung gestaltet, eine Anregung, die Landschaft mit der eigenen Vorstellungskraft erst entstehen zu lassen. Du lieferst lediglich einige Zutaten.
Probiere einmal, diesen Effekt zu verstärken, in dem Du das Arrangement auf einer weitaus größeren, weißen Fläche ohne jeden weiteren »Haltepunkt« für die Augen anbietest. Ist ja als Virtual recht schnell erledigt.
Uwe |
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rolfd40 Moderator

Anmeldedatum: 12.12.2007 Beiträge: 310 Wohnort: Weinheim/Bergstraße
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Verfasst am: So 30 Mai, 2010 19:39 Titel: |
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Hallo Freunde,
habe noch etwas nachgearbeitet. Ist das nun weniger abstrakt und etwas glaubwürdiger?
In meiner Vorstellung sehe ich Lavafelsen in einem seichten, langsam fließenden Gewässer. Beim großen Felsen ist schon Einiges an Geröll und angeschwemmter Erde aufgehäuft. Im Vordergrund rechts eine Landzunge mit einer Eibe. Das Bächlein im Vordergrund ist durch den langsamen Fluss des Wassers und die Engstelle etwas verschlammt. Danach dehnt sich das Gewässer aus und verschwindet im Hintergrund in der Ferne, vielleicht in einer Sumpflandschaft.
Der Bewuchs ist noch sehr unvollkommen. Wie schon geschrieben wächst die Laugenblume unter dem großen Felsen ziemlich rasch und wird die Erde dort wahrscheinlich bald ganz bedecken. Bei der Eibe auf der Landzunge rechts wird das noch einige Zeit dauern, aber dort ist ein größerer Baum ja auch unerwünscht.
Das alles muss reifen. Mich würde im Moment nur interessieren ob meine Fiktion nachvollziehbar ist, oder ob ich einem Hirngespinst nachjage. Es würde mich freuen, wenn außer Uwe noch einige andere ihre Meinung dazu äußern würden. Sachliche Kritik nehme ich nicht übel, über Anregungen freue ich mich.
 _________________ Gruß Rolf |
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