| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
rolfd40 Moderator

Anmeldedatum: 12.12.2007 Beiträge: 310 Wohnort: Weinheim/Bergstraße
|
Verfasst am: Do 10 Jan, 2008 23:08 Titel: Gestaltung Punica granatum |
|
|
Hallo Bonsaifreunde,
heute habe ich mir in einem Gartencenter einen Granatapfel als Rohpflanze im Anzuchttopf gekauft.
Das Alter schätze ich auf etwa 3-4 Jahre.
Aus verschiedenen Quellen habe ich entnommen, dass die Gestaltung möglichst früh beginnen sollte. Soll ich ihn trotzdem noch einige Zeit durchtreiben lassen, oder doch besser gleich in eine Bonsaischale topfen?
Wenn ich jetzt gleich schneide wird es im Frühjahr vermutlich nichts mit der Blüte. Ist Formschnitt für die weitere Gestaltung jetzt wichtiger als Blüte?
Der Granatapfel ist ja eine sommergrüne Kalthauspflanze, sie soll aber angeblich auch geringe Minustemperaturen tolerieren. Meine hat noch ziemlich volles Laub. Kann ich sie trotzdem nach draußen stellen (Nachttemperaturen der letzten 3 Wochen nicht unter Null)? Warum hat sie noch fast volles Laub?
Fragen über Fragen, ich hoffe ich nerve euch nicht. _________________ Gruß Rolf |
|
| Nach oben |
|
 |
Uwe Harwardt Administrator

Anmeldedatum: 19.11.2007 Beiträge: 407 Wohnort: Essen/Ruhr
|
Verfasst am: Fr 11 Jan, 2008 00:46 Titel: |
|
|
Hallo Rolf,
ich habe seit Sommer 2005 eine Punica granatum 'Nana', damals im Urlaub bei einem Lebensmittel-Discounter erworben. Die Blüten gefielen mir so gut und für knapp 6 €uro... Der Stamm war etwa strohhalmdick und die Äste hatten die Stärke von Streichhölzern. Egal, ich wollte eine feuerrote Blüte!
Seit damals habe ich den Baum noch nicht einmal umgetopft, er steht immer noch in seinem billigen Plastikpott. Er hat seinen Standort ganzjährig im Treppenhaus, auf einer Fensterbank gen West-Süd-West. Im Winter sinkt die Temperatur auf etwa minimal 4°C in den kältesten Nächten. Ab Mitte November beginnt Nana mit dem Abwurf der Blätter, zur Zeit sind nicht mal mehr ein Dutzend am Baum. Bislang hat sie im Frühjahr immer problemlos ausgetrieben, einige Zweiglein gingen jeden Winter verloren. Blüte ab etwa Mitte Juni, in diesem Jahr trug Nana drei kleine Granatäpfel, letztes Jahr war es einer und in ihrem ersten Herbst bei mir waren es zwei. Fruchtansätze waren es jedesmal etwa sechs bis acht. Zur Zeit hängt sogar noch eine Miniaturgranate, sie hat die Größe eines Eidotters.
Da Dein Baum noch grün ist, vermute ich, er stand etwas warm... Ich würde ihn jetzt nicht nach draußen stellen, aber durchaus kühl halten.
Meine Nana wird kein Bonsai werden, aber wenn Du gestalten möchtest, würde ich auf Blüte und Frucht für eine Zeitlang verzichten. Wenn Dein Baum noch zulegen muß, solltest Du auch keine Schale wählen, sondern eher ein großes Gefäß. Das wird das Wachstum fördern.
Indoor bleibt der Neuaustrieb dünn, die Blätter sehr weich und hellgrün - kein Vergleich zu den Punicas in den Botanischen Gärten etc. Derberes, wiederstandsfähiges Laub mit kräftiger Grünfärbung gibt's nur durch Einfluß von Wind und Regen, also muß der Baum beizeiten nach draußen. Dann werden auch die Internodien kürzer, was einer Gestaltung zugute kommt.
Meine Nana wird aber wohl im Treppenhaus bleiben, jeden Morgen ein etwas längerer Blick, bevor es zur Arbeit geht... Und sobald das allererste Grün zu sehen sein wird, geht es wieder aufwärts mit mir. Ich kann diese graue Jahreszeit nicht gut vertragen, mein liebstes Farbempfinden ist der frische grüne Austrieb von Birken sowie die gelbe Blüte des Acer platanoides - ein Versprechen von Wärme und Licht. Und die grüne Nana erinnert mich irgendwie daran, eine Vorfreude auf die großen Bäume am Straßenrand...
Nun bloß nicht sentimental werden
Uwe |
|
| Nach oben |
|
 |
rolfd40 Moderator

Anmeldedatum: 12.12.2007 Beiträge: 310 Wohnort: Weinheim/Bergstraße
|
Verfasst am: Do 08 Mai, 2008 20:53 Titel: |
|
|
Hallo Uwe,
die Granatäpfel (ich hatte dann plötzlich zwei) habe ich im März radikal zurückgeschnitten und einen Wurzelschnitt gemacht.
Den einen habe ich in einen größeren Topf gesetzt (keine Bonsaischale) in schönes durchlässiges Substrat.
Den anderen in einen Teichpflanzkorb mit grobkörnigem mineralischen Substrat.
Die Entwicklung der beiden werde ich nun genau beobachten. Mich interessiert hier einfach, ob die Aufzucht in einem TPK wirklich um so viel besser ist wie oft beschrieben. _________________ Gruß Rolf |
|
| Nach oben |
|
 |
Uwe Harwardt Administrator

Anmeldedatum: 19.11.2007 Beiträge: 407 Wohnort: Essen/Ruhr
|
Verfasst am: Do 08 Mai, 2008 22:13 Titel: |
|
|
Hallo Rolf,
ich habe meinen Granatapfel bereits im Winter radikal zurückgeschnitten, nachdem er vollständig kahl war. Er blieb dann die ganze Zeit im ungeheizten Treppenhaus am Westfenster.
Etwa Mitte April gab es Austrieb, knapp drei Wochen später habe ich dann in eine Bonsaierde umgepflanzt. Klar, die Schale ist natürlich unangemessen dimensioniert, betrachte es als Trainingspott.
Jetzt Mitte Mai soll Punica nach draußen, ich hoffe auf kräftige Triebe mit kurzen Internodien. Eventuell wird es ja doch noch ein netter Mini-Bonsai.
Deine kleine Versuchsreihe verspricht tatsächlich interessant zu werden. Das Ergebnis wirst Du uns doch nicht vorenthalten, oder?
Uwe |
|
| Nach oben |
|
 |
rolfd40 Moderator

Anmeldedatum: 12.12.2007 Beiträge: 310 Wohnort: Weinheim/Bergstraße
|
Verfasst am: Do 08 Mai, 2008 22:44 Titel: |
|
|
Hallo Uwe,
ganz so radikal war ich doch nicht (noch nicht).
Ich werde Bilder vom Ist-Zustand machen und hier einstellen. Mit Blüten können wir dieses Jahr ja wohl nicht rechnen.
Übrigens, meine stehen schon seit Anfang März draußen.
Über die weitere Entwicklung berichte ich natürlich. _________________ Gruß Rolf |
|
| Nach oben |
|
 |
rolfd40 Moderator

Anmeldedatum: 12.12.2007 Beiträge: 310 Wohnort: Weinheim/Bergstraße
|
Verfasst am: Mi 14 Mai, 2008 22:06 Titel: |
|
|
Das Bild ist nicht sehr detailgenau, zur Darstellung des Ist-Zustandes sollte es jedoch ausreichen, es zeigt nur die Startlinie. Rechts der im TPK.
Auf dem Bild sieht es so aus, als hätte er schon einen Startvorteil gehabt. Dem ist nicht so. Zu Beginn der Aktion war er völlig kahl, der links hatte schon einige Blätter und Zweiglein.
Um objektiv zu bleiben, hat der rechts im TPK natürlich einen Wuchsvorteil. Durch die drei Äste ist der Saftfluss natürlich stärker als links mit nur zwei Ästen, und wenn ich das richtig verstanden habe ist größerer Saftfluss gleich größere Stammdicke.
Weitere (dann bessere) Bilder zur Entwicklung der Bäumchen folgen zum Ende des Sommers.
Erfahrungsberichte zum Thema TPK sind sehr willkommen.
 _________________ Gruß Rolf |
|
| Nach oben |
|
 |
rolfd40 Moderator

Anmeldedatum: 12.12.2007 Beiträge: 310 Wohnort: Weinheim/Bergstraße
|
Verfasst am: Sa 27 Sep, 2008 14:56 Titel: |
|
|
Hallo,
nun ein Update meines Versuchs mit der TPK-Methode.
Wie unschwer zu erkennen ist, hat sich die Pflanze rechts im Korb wesentlich besser entwickelt als die andere.
Sie hatten beide den gleichen Standort, gedüngt wurde jeweils gleich viel mit Biogold.
Wie nun die Entwicklung des Wurzelballens aussieht, kann ich erst im Frühjahr berichten.
 _________________ Gruß Rolf |
|
| Nach oben |
|
 |
Carola

Anmeldedatum: 26.06.2008 Beiträge: 97
|
Verfasst am: Sa 27 Sep, 2008 16:11 Titel: |
|
|
Sehr beeindruckend - mehr bleibt dazu von meiner Seite wohl kaum anzumerken! TPK stehen schon auf meiner Einkaufsliste.
Carola |
|
| Nach oben |
|
 |
Uwe Harwardt Administrator

Anmeldedatum: 19.11.2007 Beiträge: 407 Wohnort: Essen/Ruhr
|
Verfasst am: So 28 Sep, 2008 19:14 Titel: |
|
|
Hallo Rolf,
da muß ich Carola Recht geben - und tue es auch sehr gern!
Die Unterschiede sind beachtlich und stellen ein starkes Argument für die Verwendung von TPK in der Bonsai-Anzucht dar.
Ich werde es im nächsten Frühjahr auch einmal versuchen, scheue aber noch davor zurück, zu Fibotherm zu greifen. Ich komme während des Tages nicht zum Gießen und Fibotherm nimmt mir einfach viel zu wenig Wasser auf. Zumindest die Hälfte der geplanten Substratmischung wird also recht grobes Akadama werden, die andere Hälfte vermutlich Trockenschüttung oder Bimskies.
Ach, wenn der Winter doch nicht so lang wär... Aber dann käme Carola ja nicht mehr zum Lesen.
Uwe |
|
| Nach oben |
|
 |
rolfd40 Moderator

Anmeldedatum: 12.12.2007 Beiträge: 310 Wohnort: Weinheim/Bergstraße
|
Verfasst am: Di 05 Mai, 2009 20:23 Titel: |
|
|
Trauriges Update!
Mit den beiden Granatäpfeln lief über Winter irgendwas schief. Leider weiß ich nicht was. Mitte März habe ich sie kräftig zurückgeschnitten. Bei dem im TPK ist bis jetzt überhaupt kein Austrieb zu erkennen, unter der Rinde ist er am Stamm aber noch grün. Der andere treibt gerade mal an 2 Stellen sehr zögerlich aus. Was habe ich falsch gemacht?
Sie standen frostfrei in einem mit Acrylglas abgeschotteten Kellerabgang. Die Temperatur hatte ich immer im Auge. Wenn es nachts zu kalt wurde habe ich mit meinem Topfofen oder mit Petroleumlampen geheizt.
Ist frostfrei für Granatäpfel zu kalt? Hat jemand Erfahrung damit? _________________ Gruß Rolf |
|
| Nach oben |
|
 |
|