Die »Femeiche« in Erle, Gemeinde Raesfeld, Kreis Borken, ist mit etwa 1300 Jahren einer der ältesten Bäume Deutschlands. Die Stieleiche, Quercus robur, befindet sich ganz in der Nähe der Kirche - oder der Brennerei Johannes Böckenhoff, je nachdem, welche geistige Erbauung man bevorzugt.
Der Stammdurchmesser dieses gewaltigen Baumes wurde bereits 1892 mit 4 bis 5 Metern in Brusthöhe gemessen, daher schätzen einige das Alter der »Femeiche« sogar auf über 1500 Jahre.

Vielleicht wurde die Femeiche bereits zu germanischer Zeit als Kultstätte benutzt, sicher ist, daß im Mittelalter in ihrem Schatten das geheime Femegericht tagte. Ein Freigraf bildete zusammen mit sechs Freischöffen das Femegericht, welches im Namen des Kaisers über Schwerverbrechen wie Mord, Raub, Brandstiftung und Meineid urteilte.

Etwa um 1800 wurde das morsche Holz aus dem Stamm der Eiche entfernt, so daß eine Höhlung entstand, durch die man das Innere des mächtigen Stammes betreten konnte.
Die Ausmaße der Femeiche werden geschichtlich durch folgende Begebenheiten belegt: