Selbstgetöpferte Schalen für Kusamono und Shitakusa

»Do it Yourself« oder der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Auch wenn nun jedem Keramiker die Haare zu Berge stehen: Ich wollte es unbedingt mal selbst ausprobieren. In der hiesigen Volkshochschule gibt es Brennöfen und ein Fachhandel für Keramikerbedarf ist fast in der Nachbarschaft. Da sowohl meine handwerklichen Fähigkeiten als auch meine Kenntnisse mit absoluter Sicherheit nicht ausreichen, eine Bonsaischale zu töpfern, sollten es zumindest ein paar Schälchen für Kusamono oder Shitakusa werden. Dem schnellen Entschluß folgte nach kurzer Zeit der erste Rückschlag:

Die alten Brennöfen eignen sich nicht mehr für den Hochbrand, also sind meine Schalen wohl nicht frostfest. Kein Problem! Dann werden sie eben mit Gewächsen bepflanzt, welche ich bei klirrenden Minus-Graden sowieso nicht ungeschützt im Freien stehen lassen möchte.

Kusamono-»Trog« aus Eigenproduktion
Kusamono-»Trog« mit mattbrauner Effektglasur:
Gerade ist da wirklich nichts

Die zweite Ernüchterung folgte nicht viel später: Die Datenleitungen für die Auge-Hand-Koordination scheinen erheblich gestört sowie die Beweglichkeit der Finger eingeschränkt. Die Schwerkraft wechselt unvermittelt Stärke und Richtung und nichts sieht aus, wie es soll.

Türkisfarbene Kusamono-Schale aus Eigenproduktion
Wulsttechnik oder »Daumenschale«?
Zumindest die glänzende, türkisfarbene Effektglasur scheint gelungen.

Aufbautechnik? Wulsttechnik? Wenn die Konsistenz der Masse nicht stimmt, kann man sie auch nicht so wie geplant verarbeiten. Wobei das nun impliziert, ich hätte einen Plan. Weit gefehlt! Deswegen sieht diese Schale nach dem Trocknen vollkommen anders aus als noch einige Tage zuvor. Aber auch für diese Schale gilt: Geschrüht ist geschrüht und jetzt kommt eine Glasur drauf. Zur Not behaupte ich einfach, es wäre eine Glasurprobe gewesen.

Kusamono-Schale aus Eigenproduktion, auffällige Glasur in schwarz und orange
Eine kleine Kusamono-Schale in
auffälliger Farbgebung

Einfache Daumenschalen gelingen mir dann aber doch im zweiten Anlauf. Mit der Form bin ich durchaus zufrieden. Nun machen sich Oxide und Glasurmasse einen Spaß und zeigen ein überraschendes Ergebnis. Ja, man hatte mich gewarnt! Jetzt aber nicht aufgeben:

gelbe Kusamono-Schale aus Eigenproduktion in auffälliger Formgebung
Kleine, glänzend gelb glasierte Kusamono-Schale
mit »organisch« anmutender Form

Bereits das vierte Stück erfüllt mich dann aber doch mit Stolz. Die Form entspricht zumindest weitestgehend meiner Vorstellung und die Glasur hält keine besonders großen Überraschungen für mich parat. Diese Schale werde ich mit Freuden bepflanzen - auch wenn ich noch keinerlei Vorstellung habe, womit.

Und mit dem Töpfern nun aufhören? Daran verschwende ich keinen Gedanken. Erst heute Mittag erreichte mich ein Paket mit etwa einem Dutzend verschiedener Glasurproben in diversen Grün- und Blautönen sowie einigen Erdfarben. Also werde ich wohl noch einige Schalen machen müssen und kleine Stauden, Gräser, Farne und Moose finden sich überall. Man muß nur genau hinsehen. Unter Umständen kommen letztendlich doch zwei oder drei ganz ansehnliche Akzentpflanzen dabei heraus.

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