Kusamono und Shitakusa, Gras-Bonsai und Beistellpflanzen



Sukkulente Beistellpflanzen: Sempervivum

Die Hauswurzen sind sukkulente Pflanzen aus den europäischen Gebirgen. Üblicherweise werden sie in Steingärten kultiviert oder finden Verwendung zur extensiven Dachbegrünung. Die mitunter sehr farbenprächtigen Rosetten bilden flache Polster und können problemlos vermehrt werden.

Die anspruchslosen Pflanzen eignen sich hervorragend zur Kultur in flachen Schalen. Ein sonniger Standort und hin und wieder etwas Wasser genügen ihnen in der Regel und schnell bereichern sie die Sammlung eines jeden Bonsaifreundes um einige Beisteller.

Weiterlesen: Sempervivum (Hauswurze) als Beistellpflanzen.

Kusamono und Shitakusa: Begriffsbestimmung

Shitakusa, Kusamono, Hosta, Aquilegia
Kusamono in einer glänzend hellblau glasierten Schale,
eine Kombination von Hosta (Funkien) und Corydalis (Lerchensporn)

Die Begriffe »Kusamono« (草物) und »Shitakusa« (下草) sind nicht einfach zu übersetzen. Ersterer bedeutet in etwa »Grasbüschel«, der Andere eher »Unterpflanzung«. In beiden Fällen handelt es sich um krautige Pflanzen wie Gräser, Farne, blühende Stauden und Moos, welche in einer Keramikschale kultiviert werden. Der eigentliche Unterschied liegt in der Verwendung:

Kusamono

Kusamono nach japanischem Vorbild
Wunderschöner Kusamono nach japanischem Vorbild:
die Gestaltung erinnert an Ikebana

Kusamono werden traditionell als Hauptelement in der Tokonoma präsentiert. Nicht selten sind es komplexe Pflanzengesellschaften, welche mitunter auch nach den strengen Regeln des Ikebana komponiert wurden.

Shitakusa

Bonsai aus Rhododendron indicum mit Shitakusa
Präsentation von Bonsai und Shitakusa:
Rhododendron indicum und »Beisteller«

Shitakusa erfüllen die Aufgabe eines »Komplementär-Elementes« neben einem Bonsai. Daher werden sie häufig auch als »Beistellpflanze« oder kurz »Beisteller« bezeichnet.

Kokedama

Eine weitere Technik zur Kultivierung von krautigen und seltener auch von verholzenden Pflanzen ist Kokedama (苔玉), japanisch für »Moosball«. Eine oder mehrere Pflanzen wurzeln in einer moosbedeckten Kugel aus speziellem Substrat. Das Arrangement wird auf einem flachem Keramikteller präsentiert. Diese Methode bedeutet einen höheren Pflegeaufwand und benötigt unter Umständen recht lang, bis der Wurzelballen die nötige Stabilität erreicht hat.

Kusamono und Shitakusa: Gemeinsamkeiten

Kusamono und Shitakusa ist jedoch gemeinsam, daß sie in der Regel in kleinen Keramikschalen gepflanzt werden. Diese Kusamono-Schalen sind formenreich und mitunter lebhaft gefärbt oder bunt glasiert - ganz im Gegensatz zu den eigentlichen Bonsaischalen, welche zumeist eine überaus formale Gestalt haben und und in eher zurückhaltenderen Farben gehalten sind, da sie quasi den »Rahmen« für den Baum bilden.

Der »westliche Weg«

Die durchaus streng komponierte Präsentation von Bonsai, Shitakusa und Kakemono (Rollbild) in der Tokonoma ist im Westen eher unbekannt. In Japan bildet diese Kombination eine Einheit und ist in ihrer Gesamtheit zu betrachten, wobei alle drei Elemente gemeinsam einen bestimmten Sachverhalt verdeutlichen. In Europa würden wir die »Beisteller« mehr als auflockernde Elemente zwischen die eigenen Bonsai stellen. Dieser »westliche Weg« ist eine andere Möglichkeit, sich der Natur zu nähern und ihre Schönheit hervorzuheben. So können Shitakusa durchaus auch als zunächst fremdartig empfundene Dekoration einer Kaffeetafel verwendet werden - getreu dem Motto: Erlaubt ist, was gefällt.

Keramik-Künstler und ihre Schalen

Kusamono-Pflanzen

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