Kastanienminiermotte

Die Kastanien-Miniermotte

Die Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella) ist ein Kleinschmetterling. Sie breitet sich zur Zeit sehr schnell in Mitteleuropa aus. Erstmals 1984 in Mazedonien entdeckt, wurde sie 1994 in Österreich nachgewiesen und vermehrt sich inzwischen auch in ganz Deutschland. Ihre extreme Vermehrungsrate wird durch das weitgehende Fehlen natürlicher Feinde erklärt.

Schadbild

Schadbild der Kastanien-Miniermotte
Schadbild der Kastanien-Miniermotte

An den befallenen Pflanzen, ausschließlich gemeine Roßkastanie, (Aesculus hippocastanum), finden sich zahlreiche braune Flecken, welche sich weiter ausdehnen. Im weiteren Verlauf kommt es zum Welken des ganzen Blattes.

Lebensweise der Kastanien-Miniermotte

Die Kastanien-Miniermotte ist ein etwa 5 mm langer Falter mit drei auffälligen weißen Querstreifen auf den mittelbraunen Vorderflügeln. Die Weibchen legen bis zu 20 Eier auf der Blattoberseite des befallenen Baumes ab. Die schlüpfenden Junglarven fressen einen Gang, die »Mine«, zuerst etwa 2 mm parallel zu einem Blattnerv. In weiteren Larvenstadien wird die Mine zunächst kreisförmig bis auf etwa 8 mm, abschließend auf bis zu 40 mm erweitert. Nach dem fünften Stadium spinnt sich die Larve zur Puppe ein und ruht für etwa zwei Wochen, die überwinternde Generation für etwa sechs Monate. Kurz nach dem Schlüpfen sind die Falter geschlechtsreif. Sie fliegen in der Regel in drei Generationen pro Jahr, und zwar im Mai, Juli und September.

Gefährdete Pflanzen

Zur Zeit ist lediglich der Befall der gemeinen Roßkastanie, Aesculus hippocastanum, bekannt. Bei extremer Populationsdichte wurde auch ein Wirtswechsel, zum Beispiel auf die fleischrote Roßkastanie, Aesculus × carnea, sowie auf diverse Ahornarten beobachtet. Die Larven sterben jedoch in den Blättern dieser Pflanzen nach kurzer Zeit ab.

Bekämpfung der Kastanien-Miniermotte

Im Moment geht man noch davon aus, daß die durch die Kastanien-Miniermotte verursachten Schäden nicht zu einer dauerhaften Gefahr der weißblühenden Kastanie werden. Dennoch wird der befallene Baum durch den Blattverlust geschwächt, ein Kastanienbonsai verliert darüber hinaus seinen Reiz und ein Schutz vor dem Falter wäre wünschenswert.

Dennoch ist zur Zeit kein sicher wirkendes Pflanzenschutz-Mittel gegen die Kastanien-Miniermotte bekannt. Lediglich Diflubenzuron, eine Substanz, welche die Synthese des Chitins verhindert und somit die Häutung der Larven unterbindet, konnte gezielt bei befallenen Bonsai eingesetzt werden. Der Wirkstoff war unter der Handelsbezeichnung »Dimilin® 80 WG« erhältlich. Die Zulassung endete zum 31. Dezember 2014.

Eine Zulassung bis zum 31.12.2017 besitzt des Mittel »Schädlingsfrei Calypso®« von Bayer CropScience. Es enthält als Wirkstoff Thiacloprid aus der Gruppe der Neonicotinoiden .

Vorbeugend empfiehlt sich das Aufsammeln des herabgefallenen Kastanienlaubes mit anschließender Vernichtung. Die Verbrennung des Laubes ist geraten, da die Kompostierungs-Temperatur nicht ausreicht, die Puppen abzutöten. Obwohl die Verbrennung von Gartenabfällen inzwischen nicht mehr gestattet ist, kann in Ausnahmefällen, beispielsweise bei parasitärem Befall der Pflanzen, eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Gartenbesitzer, welche eine oder mehrere Kastanien ihr Eigen nennen, sollten sich also mit der Bitte um eine entsprechende Genehmigung an die zuständige Untere Abfallbehörde des Umweltamtes wenden.

Nachtrag Januar 2016

Bewährt haben sich auch Mittel gegen Raupen, beispielsweise Dr. Stähler Raupenfrei  mit dem Wirkstoff »Dipel ES« oder Neud Raupenfrei Xentari  auf der Basis von Bacillus thuringiensis. Beide Mittel sind Stand Januar 2016 noch zugelassen.

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