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Silberlocke

Anmeldedatum: 25.08.2010 Beiträge: 69
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Verfasst am: Sa 28 Aug, 2010 16:31 Titel: Wie macht man das mit dem Stein unter der Wurzel? |
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Hi ihrs,
mich interessiert brennend, wie man das hinbekommt, mit dem Stein unter der Wurzel, ohne dass das Bäumchen eingeht.
Ich stelle mir das so vor: einen Efeu über einen Feuerstein setzen, der dann eventuell als kaskade gezogen wird. sieht bestimmt interessant aus. Jedenfalls könntch mir das toll vorstellen - nur, wie geht das?
Edit: Verschoben, Hajo
 _________________ LG und einen grünen Daumen wünscht
Beate
Die schrecklichsten Fehler begeht man fast immer in guter Absicht
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Uwe Harwardt Administrator

Anmeldedatum: 19.11.2007 Beiträge: 407 Wohnort: Essen/Ruhr
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Verfasst am: So 29 Aug, 2010 12:38 Titel: |
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Hallo Beate,
sicher meinst Du Sekijoju, die Gestaltung, bei dem die Wurzeln des Bonsai über einen Stein wachsen?
Dazu ist ein von Anfang an planvolles Vorgehen notwendig. Zur Pflanzung benötigst Du eine Schale, einen Stein sowie eine Jungpflanze mit geeigneten Wurzeln.
Die Schale kannst Du kaufen und stellt somit das kleinste Problem dar.
Etwas anspruchsvoller wird es beim Stein. Nicht jeder Stein ist geeignet. Er sollte recht hart sein, bröckeliger Schiefer oder auch Sandstein sind zumeist ungeeignet. Auch Kalkstein solltest Du nicht verwenden. Gut geeignet ist Lava, Flußkiesel, Granit, Basalt oder ähnliches Gestein. Der Stein sollte eine interessante Form und Oberfläche haben, denn er symbolisiert einen Berghang oder einen Felsen im Wasser. Scharfe Kanten, rauhe Flächen, ausgewaschene Rinnen und Vertiefungen lassen einen solchen Stein realistisch erscheinen.
Nun benötigst Du auch noch einen Baum. Hier solltest Du Wert auf ein kräftiges Wurzelwachstum legen. Traditionell werden für Sekijoju zumeist Ahorne verwendet. Gut geeignet sind - wie für Bonsai generell - Arten mit kleinen Blättern: Feld-Ahorn (Acer campestre), Dreispitz-Ahorn (Acer buergerianum) oder auch Französischer Ahorn (Acer monspessulanum).
Die Jungpflanze, egal ob aus einem Steckling oder durch Abmoosen gewonnen oder aus Samen gezogen, muß in einem längeren Prozess vorbereitet werden, da die Wurzeln in der Regel nicht lang genug sind. Recht gut kannst Du das mit einer großen Einweg-Getränkeflasche machen. Schneide den Boden heraus und entferne den oberen Konus, so daß nahezu ein rohrähnliches Gebilde übrig bleibt. Dazu nimmst Du noch einen normalen Pflanzcontainer, welcher einen größeren Durchmesser als die Flasche haben muß. Du benötigst noch Anzuchterde sowie gewaschenen Gärtnersand mit einer Korngröße von etwa 1 bis 3 Millimetern.
Der Pflanzcontainer wird mit der Erde gefüllt und das Plastikrohr senkrecht hineingesteckt, so ergibt sich ein sehr hohes Gefäß. Du kannst nun einen Pflanzstab durch das Rohr bis in den Container stecken, um später die Jungpflanze zu fixieren. Die Jungpflanze wird vorbereitet, indem der Wurzelballen von der gesamten Erde befreit wird. Eine eventuell vorhandene Pfahlwurzel wird entfernt. Halte nun die Jungpflanze oben in das Rohr, so daß die Wurzeln frei herabhängen können. Jetzt wird das Rohr vorsichtig mit dem Sand aufgefüllt. Zum Schluß kannst Du den Bonsai-Kandidaten am Pflanzstab fixieren. Nun brauchst Du Geduld. Der Sand sollte niemals ganz austrocknen und etwas Dünger gibt es nur unten in der Erde.
In der Folge werden die Wurzeln nahezu senkrecht in dem Rohr nach unten wachsen, um die nährstoffreiche Erde zu erreichen. Je nach Pflanzenart wird es ein Jahr oder auch länger dauern, bis die Wurzeln bereit für den nächsten Arbeitsschritt sind. Sie müssen nämlich von der Länge her ausreichen, vollständig über den Stein geführt zu werden. Während dieser Zeit kannst Du selbstverständlich bereits Einfluß auf die weitere Erscheinung des Baumes nehmen und Zweige schneiden und auch Äste drahten.
Sind die Wurzeln nun lang genug geworden, solltest Du zuerst den Stein vorbereiten. Du solltest ihn ordentlich schrubben, um eventuelle Kalkreste zu entfernen. Nun will eine geeignete Lage gefunden werden, möglicherweise vorhandene tiefe Spalten sollten eher senkrecht verlaufen. Nachdem die endgültige Stellung des Steines gefunden ist, kannst Du nun eine entsprechend große Schale bereitstellen. Für die weitere Arbeit benötigst Du Bonsai-Erde, Spagnum-Moos, eventuell Keto (japanischer Schwarztorf) sowie eine Rolle Frischhaltefolie und vermutlich auch Aludraht. Bereite die Bonsai-Schale vor, Gitter über die Abflußlöcher und eine dünne Schicht Bonsaierde. Hat der Stein tiefe Spalten, solltest Du diese mit einer dünnen Schicht Keto auskleiden.
Nimm nun den Bonsai-Kandidaten zur Hand und wasche die Wurzeln vorsichtig aus. Plaziere den Baum auf dem Stein und führe die Wurzeln nach unten. Lasse sie der Struktur des Steines folgen, lege sie in die Vertiefungen und Schluchten, so daß sie den Stein natürlich umschließen. Sind die Wurzeln noch dünn und biegsam, wird Dir das sehr leicht fallen. Dann werden die Wurzeln oder auch der ganze Stein mit einer dünnen Schicht feuchtem Spagnum bedeckt und der Teil, welcher später aus der Erde ragen soll, mit der Frischhaltefolie umwickelt. Bei stärkeren Wurzeln, welche sich störrisch geben, wirst Du zusätzlich Draht verwenden müssen. Auch solltest Du nun den Bonsai mit Draht an seiner Stelle fixieren, damit er nicht vom Stein fallen kann. Nun plazierst Du den Stein in der Schale und füllst den verbliebenen Freiraum ebenfalls mit Bonsaierde.
Im Laufe der Zeit werden die Wurzeln nun stärker werden. Durch ihr Dickenwachstum verlieren sie ihre Biegsamkeit und umschließen den Felsen fest. Im feuchten Spagnum werden noch einige feine Würzelchen sprießen, aber die eigentliche Verzweigung der Wurzeln erfolgt nun in der Bonsai-Erde in der Schale. Nach einem weiteren Jahr kannst Du die Folie sowie das Moos entfernen, die Wurzeln halten den Stein fest umklammert und werden sich nach zwei bis drei weiteren Jahren nicht mehr von ihm lösen lassen, ohne die gesamte Gestaltung zu zerstören.
Zum Umpflanzen wird der Bonsai für den Rest seines hoffentlich langen Lebens nun also immer mit dem Stein aus der Schale gehoben, die weitere Pflege erfolgt wie bei einem Bonsai ohne Stein auch.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei diesem Projekt!
Uwe |
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Silberlocke

Anmeldedatum: 25.08.2010 Beiträge: 69
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Verfasst am: So 29 Aug, 2010 14:20 Titel: |
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Danköö, sowas werd ich auf alle Fälle ma versuchen
habe im Garten einen tollen Ahorn (Acer palmatum 'Dissectum Garnet'), welchen ich eh abmosen wollte, da der einfach zu schön is und ich nich nochma so viel Geld für eine neue Pflanze ausgeben wollte. Der wäre supi geeignet - in der Zeit, wo dann die Wurzeln wachsen, kann ich ja ma die Steinbrüche in unsrer Ecke abklappern, oder auf den Feldern ma gucken, ob mir nen passender Stein über den Weg läuft ^^ _________________ LG und einen grünen Daumen wünscht
Beate
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Hajofix Moderator

Anmeldedatum: 28.11.2007 Beiträge: 513 Wohnort: Oranienburg
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Verfasst am: So 29 Aug, 2010 15:32 Titel: |
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Hallo Beate
Ein Spaziergang auf den Feldern oder im Steinbruch ist sicher sehr interessant und tut der Gesundheit sehr gut, aber wenn Du dann doch nicht den geeigneten Stein findest, schau mal in einer Zoohandlung vorbei.
Da wirst Du in der Abteilung Terrarienzubehör eher den richtigen Stein finden, manchmal sogar mehr als Dir lieb ist, oft ist nämlich die Entscheidung garnicht leicht, denn die Auswahl ist manchmal erdrückend ( jedenfalls in meinem "Lieblings-Laden" ).
Hier mal ein Beispiel:
http://www.reptilica.de/index.php/category/Steine_Felsen _________________
Gruß Hajo.
Zuletzt bearbeitet von Hajofix am So 29 Aug, 2010 19:11, insgesamt einmal bearbeitet |
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Silberlocke

Anmeldedatum: 25.08.2010 Beiträge: 69
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Verfasst am: So 29 Aug, 2010 15:37 Titel: |
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Jupp, Hajo ^^ manchma kommt man auf die einfachsten Gedanken nich *löl
Danköö für den Link. _________________ LG und einen grünen Daumen wünscht
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Uwe Harwardt Administrator

Anmeldedatum: 19.11.2007 Beiträge: 407 Wohnort: Essen/Ruhr
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Verfasst am: So 29 Aug, 2010 20:02 Titel: |
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Mit dem Zoomarkt hat Hajo natürlich recht, auch ich schaue mich dort gern um. Aber auch hier ist es schwer, einen geeigneten Stein zu finden, vor allem, weil nicht sehr viele Steine verkauft werden und daher nur selten eine neue Lieferung eintrifft. Aber Du solltest regelmäßig nachsehen und auch mal den einen oder anderen Stein »auf Verdacht« kaufen.
Gut geeignet wäre zum Beispiel ein Mega-Lochstein oder ein Multi-Loch-Stein. Die China-Berge eignen sich mehr zur Gestaltung einer Landschaft, sie finden oft Verwendung für Penjing. Von den Nachbildungen aus Kunststoff wirst Du natürlich die Finger lassen, diese Felsen sehen niemals natürlich aus.
Größere Lavasteine gibt es auch gelegentlich im Zoomarkt, aber auch schon mal in den Gartenabteilungen großer Baumärkte oder gleich in einem großen Grünmarkt. Und auch nach einem Natursteinhandel solltest Du Dich einmal umsehen, in größeren Städten findet sich so etwas in der Regel in der Nähe des Stadthafens oder in den Industriegebieten am Stadtrand. |
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Silberlocke

Anmeldedatum: 25.08.2010 Beiträge: 69
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Verfasst am: Mo 30 Aug, 2010 14:58 Titel: |
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Na, da guck ich ma. Wir ham hier einige Geschäfte, wo ich sowas finden könnte - zur Not gibts auch noch nen Steinbruch :p
Dort gibts zwar keinen/kaum Feuerstein, aber Granit und Porphyr gibts hier. _________________ LG und einen grünen Daumen wünscht
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