Einen Bonsai aus Parthenocissus tricuspidata bekommt man äußerst selten zu Gesicht. Und wenn, steht sofort die Frage im Raum: »Eine Kletterpflanze? Daraus soll ein Bonsai werden?« In der Tat sind die Jungfernreben, eine Gattung aus der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae), Kletterpflanzen und Parthenocissus tricuspidata zudem die einzige Art, welche ohne jede Rankhilfe auskommt. Daher wird diese Art auch oft zur Fassadenbegrünung verwendet.
Das es durchaus gelingt, aus einem derartigen Gewächs einen Bonsai zu gestalten, beweisen die gelegentlich auf Ausstellungen zu bewundernden Exemplare. Es benötigt allerdings eine lange Zeit. Als Ausgangsmaterial können im übrigen bei Fassadensanierungen ausgegrabene Jungfernreben dienen, nicht selten wurden diese bereits mehrfach stark zurückgeschnitten und haben einen mächtigen Wurzelansatz. Ich persönlich nenne eine derartige Ausgangspflanze übrigens »Großstadt-Yamadori«.
Als Wolfgang Klemend sich 1982 mit einem Fachgeschäft für Bonsai in der Innenstadt von Münster selbstständig machte, steckte die deutsche Bonsai-Szene noch in ihren Kinderschuhen. Vieles hat sich seit dieser Zeit verändert und mit den Kenntnissen wuchsen auch die Ansprüche der Kunden. Um diesen gerecht zu werden, ist aus dem ehemaligen Bonsaizentrum Münster inzwischen das Bonsaizentrum Münsterland in Ascheberg geworden.
Hier nun können Wolfgang Klemend und sein Team auf einer Gesamtfläche von 5.000 Quadratmetern Bonsai in allen Preislagen, Outdoor sowie Indoor anbieten. Bei einem Spaziergang durch den Bonsaigarten im japanischen Stil kann heute jeder die Faszination für die Miniaturbäume nachempfinden, die Wolfgang Klemend vor langer Zeit verspürt und die ihn auf den Weg in eine erfolgreichen Zukunft geführt hat.
Die Topfazalee, früher auch unter dem botanischen Namen Azalea indica bekannt, ist ein kleiner immergrüner Strauch, welcher in vielen Blütenfarben erhältlich ist. Die Hauptblütezeit ist Mai bis Juni. In China und Japan werden Azaleen seit langem als Bonsai gestaltet. Die einfach blühende Art Rhododendron japonica wird in Japan als Symbol für den Frühling betrachtet und genießt hohes Ansehen.
Azaleen mögen es hell, aber vor direkter Sonne geschützt. Nach dem Ende der Blütezeit ist ein halbschattiger Standort im Freien die beste Wahl. Im Herbst beginnt eine Ruheperiode von etwa zwei Monaten, Länge und Beginn dieser Ruhephase kann jedoch von Sorte zu Sorte variieren. In dieser Zeit müssen die Azaleen hell und kühl stehen. Temperaturen um 12°C sind nun ideal.
Chaenomeles japonica, die Scheinquitte oder japanische Quitte, stellt als frühblühender Bonsai einen besonderen Schmuck im Garten dar.
Aber nicht nur die leuchtenden Blüten, sondern auch die Rinde, welche sich bei älteren Pflanzen am Stamm und starken Ästen in großen Stücken abschält, machen den Baum als Bonsai interessant.
Auch wenn Bonsai im allgemeinen für eine typisch japanische Erscheinung gehalten werden, liegen die Ursprünge dieser Kunst im vorchristlichen China. Bereits zur Zeit der Han-Dynastie werden in den kaiserlichen Palastgärten künstliche Landschaften angelegt.
Die uns heute als klassisch bekannten Bonsai-Stile entwickelten sich in der Edo-Periode. Viele Kunstzweige erlebten in der friedlichen Ära von 1603 bis 1868 einen großen Aufschwung.
Eine Konkavzange gehört zum Standard-Werkzeug eines jeden Bonsai-Freundes. Damit entfernen wir Äste direkt am Stamm. Die Konkavzange hinterläßt einen leicht vertiefte (konkave) Schnittwunde, welche der Bonsai schnell überwachsen kann.
Neben der gewöhnlichen Konkavzange gibt es aber unter anderem noch eine sehr schmale Form, welche sich besonders gut zur Arbeit in dichten Bonsai-Kronen eignet. Auch erlaubt sie sehr genaue Schnitte bei der Gestaltung von Bonsai, welche in sehr spitzen Winkeln verzweigen wie beispielsweise Ahorn.