Bonsai Association Belgium:

Die »Trophy«

Viele Jahre war der Name Marc Noelanders verbunden mit dem Begriff »Trophy«. Die Noelanders Trophy war bis 2018 die jeweils erste Bonsai-Ausstellung des Jahres, eine der bedeutendsten Veranstaltungen in Europa. Marc, ein international anerkannter Meister, hat die Bonsaikunst in Japan kennengelernt, zu seinen Lehrern gehörte unter anderem John Naka. Daheim war er Präsident der Bonsai Association Belgium, lehrte selbst in der ganzen Welt und präsentierte zur jährlichen Noelanders Trophy die besten Bonsai aus Europa. Aus allen Erdteilen reisten die bekanntesten Gestalter an, um ihre Kunstfertigkeit bei den Gestaltungsdemonstrationen zu beweisen. Vor dem 20-jährigen Jubiläum hat sich Marc Noelanders zurückgezogen, das große Event der Bonsai Association Belgium wurde unter dem Namen »Best Of« 20 years Trophy veranstaltet.

Zum ersten Mal hatte ich 2019 die Gelegenheit, die erstklassigen Bonsai auf der »Trophy« zu fotografieren. Wie immer waren es viel zu viele Bäume, um sie alle zu portraitieren. Denn in erster Linie wollte ich die ausgestellten Meisterwerke betrachten. Und dies wäre zu kurz gekommen, wenn ich ausschließlich durch den Sucher der Kamera geblickt hätte. Dennoch habe ich einige Bilder gemacht und einen Teil davon möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Laubbäume

Der frühe Ausstellungstermin im Februar ermöglicht es, unbelaubte Bonsai zu präsentieren. Nur so läßt sich die Feinverzweigung in allen Einzelheiten zeigen, welche ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung der gestalterischen Leistung ist.

Acer buergerianum, Dreispitz-Ahorn
Acer buergerianum, Dreispitz-Ahorn

Dieser Dreispitz-Ahorn ist in der Stilart Sekijoju (Wurzel über Felsen) gestaltet, er gehört einem spanischen Bonsai-Meister.

Acer palmatum, Fächer-Ahorn
Acer palmatum, Fächer-Ahorn

Ebenfalls aus Spanien wurde dieser Fächer-Ahorn zur Ausstellung gebracht, gestaltet ist der Bonsai als Moyogi (frei aufrechte Form).

Acer palmatum, Fächer-Ahorn
Acer palmatum, Fächer-Ahorn

Besonders beeindruckend auch dieser Bonsai in frei aufrechter Form: Ein Fächer-Ahorn eines spanischen Gestalters.

Carpinus orientalis, Orientalische Hainbuche
Carpinus orientalis, Orientalische Hainbuche

Die Orientalische Hainbuche hat von Natur aus etwas kleinere Blätter als die Gewöhnliche Hainbuche (Carpinus betulus), was sie zur Gestaltung als Bonsai besonders geeignet macht. Diesen Kabudachi (Mehrfachstamm) präsentierte eine ungarische Bonsai-Meisterin.

Diospyrus kaki 'Roya-Gaki', Kakipflaume
Diospyrus kaki 'Roya-Gaki', Kakipflaume

Kakipflaumen als Bonsai gestaltet erfreuen sich in Ostasien großer Beliebtheit. In Europa werden sie hingegen äußerst selten gezeigt. Gestaltet wurde diese Halbkaskade (Han-Kengai) in Shohin-Größe von einem japanischen Meister. Zur Ausstellung gebracht wurde sie von ihrem italienischen Besitzer.

Ligustrum spec., Liguster
Ligustrum spec., Liguster

Die Liguster gehören zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Es gibt sowohl immergrüne als auch laubabwerfende Arten. Aus einer nicht näher bezeichneten sommergrünen Art schuf ein belgischer Gestalter diesen Sokan (doppelstämmiger Bonsai).

Ulmus minor, Feldulme
Ulmus minor, Feldulme

Ebenfalls als Sokan hat ein spanischer Bonsai-Meister diese beeindruckende Feldulme gestaltet.

Quercus faginea, Feldulme
Quercus faginea, Portugiesische Eiche, auch »Zenneiche« genannt

Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals bewußt eine Portugiesische Eiche gesehen zu haben. Hier ein Moyogi (frei aufrechte Gestaltung) eines spanischen Bonsai-Meisters.

Styrax japonicus, Japanischer Storaxbaum
Styrax japonicus, Japanischer Storaxbaum

Zur Blütezeit zieren zahlreiche weiße Blüten den sommergrünen Storaxbaum. Zum diesem frühen Ausstellungstermin erkannt man jedoch die beeindruckende Feinverzweigung dieses mehrfach ausgezeichneten Moyogi einer belgischen Gestalterin.

Elaeagnus pungens, Dornige Ölweide
Elaeagnus pungens, Dornige Ölweide

Diese immergrüne Dornige Ölweide, Stech-Ölweide genannt, ein Bonsai in frei aufrechtem Stil, hat ein spanischer Gestalter ausgestellt. Besondere Beachtung verdient hier auch der Bonsaitisch! Allerdings sollte man sich durch die attraktiven Grazien nicht allzu sehr von der gut herausgearbeiteten dichten Baumkrone ablenken lassen, welche den mächtigen Stamm nur durch einige Lücken erahnen läßt.

Nadelbäume

Pinus mugo, Bergkiefer
Pinus mugo, Bergkiefer

Dieser Bonsai wurde von einem italienischen Meister aus einem Yamadori gestaltet. Mit Yamadori bezeichnet man Pflanzen, welche in der Natur gesammelt wurden. An ihren ursprünglichen Standorten waren sie lange Zeit den Kräften der Natur ausgesetzt und haben nicht selten extreme Formen angenommen. Karg und vom Leben gezeichnet, mit wenig Grün aber großem Lebenswillen präsentiert sich die Literatenform (Bunjin), welche uns leicht erscheint aber nur sehr schwer überzeugend zu gestalten ist. Ausgestellt hat diesen Baum sein kroatischer Besitzer.

Juniperus chinensis 'Itoigawa', Chinesischer Wacholder
Juniperus chinensis 'Itoigawa', Chinesischer Wacholder

Diesen Moyogi mit beeindruckend herausgearbeitetem Totholz hat ein spanischer Bonsaigestalter ausgestellt. Den Chinesischen Wacholder der Varietät Itoigawa habe ich in den letzten Jahren schon mehrmals auf Ausstellungen betrachten dürfen.

Pinus pentaphylla, Mädchen-Kiefer
Pinus pentaphylla, Mädchen-Kiefer

Die in Japan heimische Mädchen-Kiefer ist nicht nur in Ostasien als Bonsai äußerst beliebt. Diesen Baum mit Mehrfachstamm (Kabudachi) ist das Werk eines spanischen Bonsaigestalters.

Waren die Bäume von der iberischen Halbinsel tatsächlich überproportional vertreten? Ich weiß es nicht mehr. Möglicherweise hat das schöne Wetter am 10. Februar 2019 meine Auswahl aber auch beeinflußt. Daher…

Taxus baccata, Gemeine Eibe
Taxus baccata, Gemeine Eibe

Eine Gemeine Eibe in geneigter Form (Shakan) eines deutschen Gestalters. Der entrindete Stamm (Sharimiki) des Yamadori kündet von einem langen Leben unter harten Bedingungen. In einer Bonsaischale aus Tokoname erfreut er sich nun bester Gesundheit.

Und zum Abschluß:

Ginkgo biloga, Ginkgo
Ginkgo biloga, Ginkgo oder »Mädchenhaarbaum«

Die sommergrünen Ginkgos sind weder Laub- noch Nadelbäume sondern bilden eine eigene Gruppe. Obwohl sie Blätter tragen, sind sie näher mit den Nadelbäumen verwandt. Natürliche Populationen gibt es lediglich im Südwesten Chinas. Seit gut 1000 Jahren verbreiten Menschen den Ginkgo in ganz Ostasien, wo er als Tempelbaum Verwendung findet. Erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden Ginkgos aus Japan nach Europa gebracht.
Diesen Chokkan (Bonsai im streng aufrechten Stil) hat eine belgische Gestalterin ausgestellt.

Ausblick

Soweit die Fotos, welche ich Euch zeigen wollte. Die nächste »Trophy« ist geplant vom 29.02. bis 01.03.2020.

Startseite Suchmaschine Sitemap Grundwissen Bonsaipflege Bonsai-Techniken Bonsai-Werkzeug
und -Zubehör
Bonsai-Literatur Baumschule Kusamono / Shitakusa Pflanzenschutz Kuriosa Händlerportraits Bonsai-EventsBonsai Kreativ FestBIN 2019BCI ConventionNRW BonsaitageBCD-AusstellungBonsai-AK BockenemBonsai-AK SteinfurtHai Yama TenNRW BonsaitageHai Yama TenHai Yama TenHermann Pieper Ge­dächtnisausstellungHai Yama TenNRW BonsaitageBonsai-Team BonnBonsaifreunde OsnabrückMuseo del BonsáiHai Yama TenNRW BonsaitageNRW BonsaitageNRW Bonsaitage Bonsai-News Impressum und
Datenschutzerklärung